MKA Training

 

Was ist MKA?

 

MKA steht für Martin Kreuzer Akademie. Akadmie ist hier auch genau der richtige Begriff, denn MKA ist so viel mehr wie eine übliche Reitschule!

So gehört zur MKA nicht nur Reitunterricht, sondern auch Bodenarbeitskurse mit Pferden, sowie theoretische Kurse zu verschiedenen Themen wie Pferdesprache, Anatomie, Psychologie uvm. Eben eine Akademie für Reiter!

MKA steht außerdem für ein Trainings-System, dass systematisch aufgebaut ist und sich an den Naturgesetzen des Pferdes orientiert. Auch mit ein Grund, weshalb das MKA Training am Boden startet und erst später in ein Training unterm Sattel übergeht. Mehr dazu weiter unten.

 

Warum zuerst Bodenarbeit?

 

Wenn wir mit einem Pferd zusammen arbeiten möchten, es nutzen möchten, mit ihm Spazieren gehen möchten, es reiten möchten usw, dann ist dies nur möglich, wenn es in unserer Partnerschaft auch gewisse Regeln & Richtlinien gibt. Diese gelten selbstverständlich für Pferd & Reiter. Auch sollte das Pferd unsere Hilfen bzw Anweisungen annehmen und umsetzen.

Ohne Richtlinien & Regeln ist eine Partnerschaft oder Beziehung nicht möglich. Dies gilt für uns Menschen genauso wie für die Tiere. Wir sollten also zuerst einmal mit der Bodenarbeit eine Pferd-Mensch-Beziehung bzw Partnerschaft schaffen.

 

Hierzu ein kleiner Exkurs in die Natur des Pferdes:

Wie sicherlich jeder Pferdebegeisterte weiß, gibt es in der Natur des Pferdes eine Rangordnung. Es gibt Leitstute, Leithengst sowie ranghöhere und rangniedrigere Pferde. Wie erwähnt, funktioniert auch dieser Herdenverband nur, wenn es gewisse Regeln & Richtlinien gibt.

Zu diesen Regeln gehört z.B., dass ein rangniedrigeres Tier einem ranghöheren auszuweichen hat. Ein ranghöheres Tier wiederum nimmt keine Befehle eines rangniedrigen an und jedes Tier der Herde hat seinen sogenannten persönlichen Freiraum (auch Individualbereich genannt).

Damit nun ein Tier ranghöher als ein anderes ist, muss es gewisse Eigenschaften besitzen und die Einhaltung von Regeln einfordern. Versagt das Pferd in diesen „Aufgaben“ als ranghöheres Tier, wird das rangniedrigere ganz schnell seine Stelle einnehmen, denn das ist in der Natur überlebenswichtig.

Sie sehen also, es gibt auch in der Natur der Pferde Regeln, Richtlinien und Themen wie Respekt. Zeitgleich bedeutet das Herdenleben für das Individuum aber auch Vertrauen & Sicherheit.

 

Exkurs Persönlicher Freiraum

Den persönlichen Freiraum kann man sich vorstellen wie eine Elipse um das Pferd herum (also eine Art länglicher Kreis). Dieser ist ca 1,6-3m.

Warum braucht das Pferd diesen persönlichen Freiraum?

Eigentlich ganz einfach, damit es im Notfall Platz zum Flüchten hat. Würden die Pferde alle eng zusammen stehen, würde sich eine Flucht schwierig gestalten.

Beim persönlichen Freiraum sieht es nun so aus, dass ein rangniedriges Tier nicht das Recht hat, den persönlichen Freiraum  des ranghöheren Pferdes zu betreten. Umgekehrt darf das ranghöhere Tier den Individualbereich des rangniedrigen betreten.

 

Warum dieser Exkurs in die Natur des Pferdes?

Dieser kleine Exkurs zeigt, dass es in der Natur der Pferde eben auch Regeln & Richtlinien gibt und wie diese zum Teil aussehen. Wollen wir also mit unserem Pferd eine Partnerschaft voller Respekt, Sicherheit & Vertrauen, sollten wir das Wissen um diese Regeln nutzen. Wir müssen also die Regeln der Pferde annehmen und umsetzen. So z.B. müssen wir ranghöher sein, müssen den persönlichen Freiraum einfodern usw. Nur so wird uns das Pferd als vertrauenswürdigen Partner annehmen.

Sind wir nicht ranghöher als unser Pferd, wird unser Pferd sehr schnell die Führung übernehmen, denn das ist für unser Pferd überlebensnotwendig. Was dies für die Pferd-Mensch Beziehung bedeutet, ist sicherlich klar.

Übirgens, wenn wir nicht ranghöher sind als unser Pferd und dennoch erwarten, dass unser Pferd unsere „Befehle“ befolgt, dann können wir dadurch unser Pferd auch irritieren. Wie oben erwähnt, ist es für das Pferd nicht natürlich, Befehle von rangniedrigeren anzunehmen. Diese Irritation stellt für unser Pferd auch Stress dar!

Um nun aber eine Pferd-Mensch-Beziehung zu schaffen, die den Regeln der Pferde-Natur entspricht, ist es unerlässlich, das Pferd vom Boden aus zu trainieren.

Mit ganz bestimmten Übungen haben wir vom Boden aus die Möglichkeit, eine Pferd-Mensch-Beziehung aufzubauen und uns die Eigenschaften anzueignen, die notwendig sind, damit wir ranghöher sind.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der für das Training vom Boden spricht, ist, dass das Pferd von Natur aus nicht dazu geschaffen ist, einen Reiter zu tragen. Will man sein Pferd aber reiterlich nutzen und dabei auf die Gesunderhaltung des Körpers von seinem Pferd achten, führt kein Weg an einem Training vorbei, dass den Körper des Pferdes auf das Tragen des Reiter-Gewichts vorbereitet.

Dieses Training sollte auch in jedem Fall vom Boden gestartet werden und nicht vom Sattel aus. Natürlich gibt es unterm Sattel auch Übungen, die den Pferde-Körper für das Reitergewicht trainieren, aber bis diese Übungen den Körper entsprechend aufgebaut haben, würde man den Pferde-Körper belasten, ohne dass dieser dafür ausgelegt ist. Dies kann in später Folge entsprechende Schäden verursachen.

Beginnt man mit dem physischen (körperlichen) Training jedoch vom Boden aus, kann sich der Pferde-Körper, ohne schon vom Reitergewicht belastet zu werden, entsprechend entwickeln und ist bei Beginn des Reit-Trainings schon auf das Tragen des Reitergewichts vorbereitet.

Ich denke diese Erklärungen zeigen eindeutig, warum die Bodenarbeit für uns und unsere Pferde so wichtig ist.

 

 

Warum MKA?

 

Ich habe in meiner über 20-jährigen Laufbahn verschiedene Reitlehren kennengelernt und hatte Unterricht bei unterschiedlichen Trainern. Mir persönlich ist es sehr wichtig, dass das Pferd Spaß am Lernen hat und das Training dem Individum angepasst wird. Außerdem gilt heutzutage immer mehr das Motto höher – schneller – weiter, nicht so bei der MKA. Hier wird das Training den individuellen Bedürfnissen der Pferde angepasst.

Ein weiterer Grund, weshalb ich mich für die Martin Kreuzer Akademie entschieden habe ist, dass für mich zu einer guten Reitausbildung nicht nur das Erlernen guten reiterlichen Könnens gehört, sondern so viel mehr. Und genau das bietet eben die MKA, wie oben schon erwähnt.

Will man bei der MKA z.B. die Trainerausbildung absolvieren, reicht es nicht, nur Reit- bzw Bodenkurse zu absolieren. Man muss hier auch Lehrgänge zur Anatomie & Psychologie des Pferdes ablegen. Weiterhin wird auch unterschieden in Trainer für Bodenarbeit & Trainer für Reiten.

 

MKA Bodenarbeits-Trainer

Um den Trainer für die Bodenarbeit absolvieren zu können, ist es auch Pflicht, die Kurse zur Pferde-Psychologie zu belegen und das finde ich gut so!

In den meisten Pferde Trainings wird vom Pferd erwartet, dass es lernt unsere Sprache zu verstehen und sich uns anzupassen. Doch wer gibt uns das Recht dies zu verlangen?

Wir wollen das Pferd nutzen und nicht andersherum! Somit ist es nach meiner Meinung auch unsere Pflicht, uns dem Pferd anzupassen und zu lernen, das Pferd zu verstehen und nicht anders herum. Ein Pferd zu verstehen ist aber nur dann möglich, wenn man auch Wissen zu seiner Psychologie hat und genau dieses Wissen gehört bei der MKA dazu!

 

MKA Trainer Reiten

So wie bei der Trainer-Ausbildung zur MKA Bodenarbeit die Psychologie-Lehrgänge dazu gehören, gehören zur MKA-Trainerausbildung fürs Reiten die Lehrgänge zur Pferde-Anatomie. Die Anatomie-Kurse fürs Pferd beinhalten auch das Thema Pferde-Fütterung.

Bei der Anatomie geht es hier aber nicht darum Skelett, Muskulatur usw in Latein zu wissen, sondern man erlernt anatomisches Wissen, wie es für einen guten Reiter benötigt wird. Das heißt man lernt warum es so wichtig ist, dass ein Pferd vermehrt Last über die Hinterhand aufnimmt, warum es so wichtig ist, das Pferd vom Boden auf den Reiter vorzubereiten und noch viel mehr. Auch hier bin ich der Meinung, dass dieses Wissen zu einem guten Trainer dazu gehört!

 

Stimmiges & in sich aufgebautes Trainings-System

Weiterhin mag ich an der MKA so gerne, dass das Ausbildungssystem sehr stimmig und logisch in sich aufgebaut ist. Das heißt das Trainingssystem fängt sozusagen im Kindergarten an und endet mit der hohen Schule und zwar in Schritten, wie es für das individuelle Pferd möglich ist.

Wie beim Menschen auch, tut sich das eine Pferd beim Lernen leichter, das andere eben schwerer. Das eine weiß gleich, was wir erwarten, wenn wir am Seil Druck bzw Zug ausüben und geht gleich einen Schritt zurück, das andere Pferd weiß so überhaupt nicht, was wir von ihm möchten und geht eben nicht zurück.

Hier ist es dann bei der MKA so, dass die Übung einfach in noch kleinere, für das Pferd noch verständlichere Schritte heruntergebrochen wird. Dh wir üben fürs Rückwärtsgehen etwas Druck / Zug am Seil aus und belohnen schon die noch so kleinste Reaktion des Pferdes in die richtige Richtung. Wir würden also das Pferd schon überschwänglich loben, wenn es nur seine Ohren nach hinten ausrichtet, denn das ist ja schon ein kleiner Schritt in die von uns gewünschte Richtung. So findet auch das Pferd, das sich etwas schwerer lernt, schnell heraus, was wir von ihm möchten. Wir zeigen es ihm einfach in kleineren Schritten.

Wie bereits erwähnt, beginnt das Training der Martin Kreuzer Akademie mit einfachen Übungen, die dann weiter auf- und ausgebaut werden.

MKA ist ein in sich sehr stimmiges Trainings-Konzept. So beginnt die Bodenarbeit z.B. damit, dass man das Pferd erst einmal mit den Ausbildungsgegenständen vertraut macht und es eben Schritt für Schritt zu einem Verlass-Reitpferd ausbildet.

 

Bodenarbeit in der Sprache der Pferde sowie nach neuesten wissenschaftlichen und medizinischen Erkenntnissen

Neben dem systematischen Aufbau der MKA Bodenarbeit erfolgt diese außerdem in der Sprache der Pferde (Körpersprache), sowie nach deren Naturgesetzen. Die MKA beachtet auch immer die neuesten wissenschaftlichen und medizinischen Erkenntnisse.

In den meisten Pferde-Trainings wird dem Pferd mit Stimmkommandos gesagt, was es tun soll. In der MKA ist dem nicht so. Hier erhält das Pferd seine „Anweisungen“ in der Sprache der Pferde, der Körpersprache. Wird ein Pferd mit Stimmkommandos trainiert, ist es lediglich hierauf konditioniert, muss also nicht mitdenken. Es reagiert nur auf einen Reiz, man nennt dies auch Reiz-Reaktions-Assoziation. Die MKA hingegen arbeitet nicht mit Stimmkommandos sondern mit der mitdenkenden Seite des Pferdes. Mehr dazu später.

Bei der Körpersprache unterscheidet man in aktiv und passiv. Auch dies sieht man gut, wenn man eine Pferdeherde beobachtet.

Passiv ist dabei, wie der Name vermuten lässt, eine entspannte innere Haltung und aktiv eine innere Haltung unter Spannung. Man könnte es auch anders ausdrücken, bei passiv strahle ich innere Ruhe aus und bei aktiv sende ich sozusagen Energie.

Um dies etwas vereinfacht zu erklären, stellen Sie sich vor, Sie sind absolut entspannt und gechillt. Sicherlich sind Sie dann innerlich ruhig und strahlen dies auch aus. Sie sind also passiv. Jetzt stellen Sie sich vor, Sie freuen sich total auf etwas, sind also aufgeregt. Jetzt sind Sie innerlich energiegeladen und strahlen dies auch aus. Sie sind also aktiv.

So in etwa können Sie sich aktiv und passiv vorstellen. Bei der Arbeit mit dem Pferd sieht es zwar noch etwas anders aus, aber so ist zumindest verständlich, was mit aktiv und passiv gemeint ist.

Nun ist es so, dass Pferde in der Natur, um überleben zu können, kleinste Zeichen wahrnehmen. Seblstverständlich sind ihre Sinne darauf ausgelegt, so dass ein Pferd sehr feinfühlig ist. Es spürt also sofort, ob wir innerlich aktiv oder passiv sind und kann dies auch deuten. Das Pferd weiß also, dass wir eine Reaktion von ihnen erwarten, wenn wir aktiv sind und dass keine Reaktion erwartet wird, wenn wir passiv sind. Und genau dieses Wissen wendet die MKA an.

 

Warum wollen wir ein mitdenkendes Pferd?

Um besser verständlich zu erklären, weshalb wir ein mitdenkendes Pferd möchten, hier ein kleines Beispiel:

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Vortrag der Sie so gar nicht interssiert. Sie denken also nicht mit und sind mit Ihren Gedanken ganz wo anders. Ich würde mal sagen, es langweilt Sie bestimmt auch.

Nun stellen Sie sich vor, Sie sind in einem Vortrag der total spannend ist. Sie sind mit voller Aufmerksamkeit dabei und denken mit. Wie sieht es nun aus? Konzentrieren Sie sich voll und ganz auf den Vortrag oder spielen Sie dann lieber mit Ihrem Handy? Langweilen Sie sich oder sind Sie voll und ganz bei der Sache?

Ähnlich ist es auch mit unseren Pferden.

Reiten wir unsere Pferde über den Zügel, dann reagiert das Pferd nur auf den Zug des Zügels, es braucht nicht mitzudenken. Gleiches gilt beim Training vom Boden aus, wenn die „Befehle“ per Stimmkommando erfolgen. Auch hier reagiert das Pferd nur auf das Stimmkommando, muss aber nicht mitdenken.

Anders sieht die Sache nun jedoch aus, wenn wir unser Pferd so trainieren, dass es mitdenken muss. Muss das Pferd mitdenken, kostet ihm das Energie und diese Energie fehlt ihm dann sozusagen für die Flucht. Weiterhin ist das Pferd mit seiner Konzentration bei uns und nirgenwo anders, es wird also nicht so leicht abgelenkt, was wiederum den Fluchtreiz minimiert. Es ist sogar wisschenschaftlich erwiesen, dass ein mitdenkendes Pferd weniger Fluchttendenz zeigt. Dass das Pferd mitdenkt, erreichen wir eben durch das Training vom Boden per Körpersprache, bzw unterm Sattel durch das Reiten über die Balance, also das Gleichgewicht.

Sicherlich kommt jetzt der Einwand, dass das Pferd auch hier ja nur auf einen Reiz reagiert. In gewisser Weise schon, aber bei der Körpersprache habe ich die Möglichkeit, meine Hilfen immer feiner werden zu lassen, so dass sich das Pferd mehr konzentrieren muss. Dh beginne ich eine Übung neu, zeige ich ganz deutlich mit dem Finger an, dass das Pferd nun im Schritt gehen soll. Ist das Pferd schon auf einem höheren Ausbildungsstand, deute ich meinen Finger nur noch an. Weiterhin sieht es bei der MKA auch so aus, dass wir die Übungen, wenn das Pferd diese verinnerlich hat, wieder etwas abändern, eben um das Denken aufrechtzuerhalten.

Wir wollen also ein mitdenkendes Pferd, weil sich dieses viel mehr auf uns konzentriert, weil es Spaß an der Arbeit hat und nicht gelangweilt Befehle befolgt und weil dadruch sein Fluchtreflex reduziert wird.

All dies sind für mich gute Gründe, warum ich mich für die MKA (Martin Kreuzer Akademie) entschieden habe!

 

Grundausbildung des Pferdes vom Boden nach der MKA

 

Wie erwähnt, ist die MKA Bodenarbeit systematisch aufgebaut. Die MKA Bodenarbeit gliedert sich in 3 Bereiche:

    • Bodenarbeit 1.1 – Respekt im positiven Sinne
    • Bodenarbeit 1.2 – mentales Training
    • Bodenarbeit 1.3 – physisches Training

 

MKA Bodenarbeit 1.1

Bei der Bodenarbeit 1.1 geht es nun darum, genau das zu erreichen, was bereits zur Natur des Pferdes beschrieben wurde, also darum, die ranghöhere Position zu erreichen und zwar ohne Hilfszügel, Zwang, Gewalt oder sonstiger negativer Trainings-Methoden.

Das Pferd lernt Schritt für Schritt, durch entsprechende, aufbauende Übungen, sich in der Pferd-Mensch-Beziehung einzufinden, es erlernt Respekt. Respekt bedeutet, dass das Pferd uns akzeptiert und anerkennt als den Ranghöheren. Hier findet sich z.B. auch die Übung des persönlichen Freiraum.

 

MKA Bodenarbeit 1.2

Die Übungen der Bodenarbeit 1.2 nach MKA trainieren dann, aufbauend auf den ersten Teil der Bodenarbeit, die mentale Einstellung des Pferdes. Diese ist sehr wichtig für eine Partnerschaft. Schließlich möchten wir mit unserem Pferd eine Partnerschaft und kein demotiviertes Befolgen von Befehlen. Wir wollen, dass wir und unser Pferd Spaß in der Zusammenarbeit hat und nicht völlig demotiviert ist. Dies erreichen wir eben durch das Training der mentalen Einstellung.

 

MKA Bodenarbeit 1.3

Bei den Übungen der Bodenarbeit 1.3 geht es nun um das physische Training. Wir trainieren also den Körper des Pferdes, bereiten diesen auf das Tragen des Reiters vor.

Damit das Pferd körperlich gesund bleibt und dennoch einen Reiter tragen kann, benötigt es entsprechendes muskuläres Training, es muss der Rücken gestärkt werden, die Hinterhand mehr Last aufnehmen und vieles mehr. Genau das erreichen wir mit den MKA Übungen aus Bodenarbeit 1.3

So schafft die MKA Arbeit am Boden Vertrauen zwischen Mensch und Pferd, bietet die Möglichkeit Repekt und Kontrolle auf natürlichem Wege zu gewinnen, also ohn extrinische Hilfsmittel, ohne Zwang und Gewalt und in der Sprache der Pferde. Die Arbeit vom Boden aus ist der Grundstein für eine gegenseitige Partnerschaft mit Spaß, Vertrauen und Sicherheit.

 

Bodenarbeit für den Trainer

Übrigens geht es bei der Bodenarbeit nicht nur darum, dass unser Partner Pferd etwas lernt und sich entwickelt, sondern auch wir. Ja richtig gelesen, auch wir.

Auch wir selbst sollten uns bei der Bodenarbeit schulen, sollten uns verfeinern, das Fühlen erarbeiten, die eigene Energie kennenlernen, die Verständigung verbessern, um so die reiterliche Tätigkeit oder auch nur den Umgang mit dem Pferd optimal und zum Wohle des Pferdes umsetzen zu können.

Durch die MKA Bodenarbeit werden unsere Pferde auch klug, mutig, ruhig, athletisch und wir gelangen zu emotionaler, mentaler und physischer Fitness. Wir sollten hier auch versuchen, unsere Körpersprache zu verstehen, uns selbst zu lesen und zu leben. Wir sollten authentisch und echt sein.

Durch das korrekte Training vom Boden aus werden Sie auch eins mit dem Pferd, eine Einheit. Es entsteht Vertrauen, gegenseitiges Verständnis und vor allem Spaß.

 

Ausschnitte aus den Übungen der MKA Bodenarbeit

 

Desensibilisieren

Desensibilisieren, also das Gewöhnen des Pferdes an die Ausbildungsgegenstände (Seil, Stick, String). Es wird dazu mit den Ausbildungsgegenständen überall berührt, so dass es lernt, dass es keine Angst davor zu haben braucht. Diese Übung macht das Pferd auch mutiger und schafft Vertrauen. Auch lernt es, sich überall anfassen zu lassen und dass so ein Seil auch mal die Beine berühren kann. Eigentlich Dinge, die selbstverständlich sind und doch gibt es so viele ausgebildete Pferde, die panisch werden, wenn ein Seil die Beine berührt.

 

Wechsel der Augen

Das Pferd ist ja ein monokularer Seher, also ein einseitiger Seher. Das bedeutet, dass das Pferd, was sich links von ihm befindet, mit seinem linken Auge sieht und auch mit seiner linken Gehirnhälfte verarbeitet. Was sich rechts vom Pferd abspielt, sieht es mit dem rechten Auge und verarbeitet es mit der rechten Gehirnhälfte. Nur einen kleinen Bereich vor sich (es hat hier auch einen toten Winkel) sieht es mit beiden Augen und somit binokular.

Das ist übrigens auch der Grund für eine Tatsache beim Pferd, die sicherlich schon jeder Reiter erlebt hat. Das Pferd scheut auf der rechten Seite vor etwas, gewöhnt sich dann aber daran und geht wieder ruhig daran vorbei. Nun wechselt man die Hand, so dass das Pferd diesen Gegenstand nun mit dem anderen Auge sieht und es scheut wieder. Das liegt eben daran, dass dieser Gegenstand nun mit dem anderen Auge gesehen wird. Für das Pferd ist das eben so, als würde es diesen Gegenstand neu sehen.

Die beiden Gehirnhälften tauschen nämlich nur minimal Informationen aus. Vereinfacht ausgedrückt könnte man auch sagen, man arbeitet immer mit zwei Pferden.

Der Wechsel der Augen ist nun eine Übung, die dafür sorgt, dass die beiden Gehirnhälften mehr kommunizieren. Sie tauschen also vermehrt Informationen aus. Auch dies reduziert wieder den Fluchtrefelx und macht das Pferd mutiger, klüger und ruhiger.

 

Verantwortung übernehmen

Durch eine weitere Übung des mentalen Trainings, das Übernehmen der Verantwortung, erreicht man, wie der Name schon vermuten lässt, dass das Pferd mehr Verantwortung übernimmt.

Beim Übernehmen der Verantwortung lernt das Pferd, sein Tempo und die Richtung eigenständig zu halten, bis wir wieder etwas anderes von ihm erfragen. Das hat später unterm Sattel den Vorteil, dass wir das Pferd nicht ständig vorwärts treiben müssen, da es gelernt hat, sein Tempo eigenständig zu halten.

Wir können also unsere Hilfen wieder weiter reduzieren und das ist auch ein Ziel von MKA, nämlich so wenig Hilfen wie möglich, bzw so feine Hilfen wie möglich. Ein weiterer Effekt der Übung Verantwortung übernehmen ist, dass das Pferd dadurch auch lernt besser auf seinen Weg zu achten, es stolpert dann im Gelände nicht so viel, ist trittsicherer.

 

Druck weichen

Wussten Sie, dass Pferde sozusagen gegen ihr natürliches Verhalten verstoßen, wenn Sie dem Druck weichen? Und doch benötigen wir das Druck weichen für beinah jede Übung mit dem Pferd. So z.b. soll das Pferd vorm Schenkel weichen, es soll dem Zügel nachgeben, soll zur Seite gehen usw.

Doch warum ist das Druck weichen wider der Natur des Pferdes? Das liegt darin begründet, dass, wenn das Pferd in der Natur von einem Raubtier erfasst wird und sich das Raubtier im Pferd verbeißt, das Pferd weniger Wunden davon trägt, wenn es sich gegen das Raubtier drückt, anstatt weg zu gehen. Stellen Sie sich vor, an der Seite des Pferdes hängt ein Raubtier und das Pferde würde seinen Körper vom Raubtier weg ziehen, es würde somit ein Loch in die Stelle reißen, an der das Raubtier hängt. Geht es hingegen mit dem Körper gegen das Raubtier, muss das Raubtier ja auch wieder los lassen und es entstehen für das Pferd kleinere Wunden.

Dies ist übrigens auch der Grund, warum viele Pferde, wenn man auf Höhe der Flanke Druck ausübt, erst einmal dagegen gehen. Es ist ihre Natur, dies zu tun.

Für uns Menschen bedeutet dies aber, dass wir dem Pferd erst einmal beibringen müssen, dem Druck zu weichen. Es ist für das Pferd nicht selbstverständlich dies zu tun.

Mit den Übungen der MKA lernt das Pferd dem Druck physisch und später auch mental zu weichen. Es wird ruhiger und klüger, lernt Sie zu respektieren und Ihre Richtlinien zu akzeptieren und das ganz ohne Gewalt und Zwang.

 

Reiten nach MKA

 

Bevor man mit der Reitausbildung nach MKA beginnt, sollte man zuerst die Bodenarbeit absolvieren. Selbstverständlich ist es zwar auch möglich, nur die Reitausbildung zu absolvieren, doch der Grundstock ist und bleibt die Bodenarbeit. Beim Bau eines Hauses beginnt man ja auch mit dem Fundament und nicht mit dem Dachgeschoss. Wir raten hiervon im Sinne des Pferdes ab. Die Bodenarbeit schafft Vertrauen, eine Partnerschaft und ist die perfekte Basis für die spätere Reitausbildung.

Auch das Training unter dem Sattel ist systematisch aufgebaut. Dh auch hier wird dem Pferd ermöglicht in seine Aufgabe als Reitpferd hineinzuwachsen.

Auch die Grundausbildung des Reit-Trainings nach MKA ist in drei Bereiche unterteilt:

  • Reiten 1.1
  • Reiten 1.2
  • Reiten 1.3

 

Im Reitkurs 1.1 finden sich Übungen wie laterale Biegung, vertikale Kontrolle, Reiten über die Balance uvm. Das Pferd lernt also z.B. nachzugeben, Druck zu weichen und unsere Gewichtshilfen anzunehmen.

Im Reitkurs 1.2 finden sich dann auf´s Reiten 1.1 aufbauende Übungen wie Schulterkontrolle, Kruppe herein uvm. Im Reitkurs 1.3 werden diese Übungen dann noch weiter vertief und es kommen noch Übungen hinzu wie Seitwärtstreten, Schenkelweichen uvm. Das Pferd wird also immer weiter, Schritt für Schritt, physisch und psychisch ausgebildet.

 

Ist MKA das richtige für mich?

 

Das Training nach MKA ist genau das richtige für Sie, wenn Sie diese Fragen mit JA beantwortet:

  • Ihnen ist die Beziehung zu eurem Pferd wichtiger als jeder Turniererfolg?
  • Sie möchten eine Partnerschaft mit Ihrem Pferd und keine Maschine?
  • Es ist Ihnen wichtig, Ihr Pferd so auszubilden bzw zu trainieren, dass es physisch und psychisch nicht überlastet wird?
  • Sie möchten Ihrem Pferd die Zeit geben, die es braucht?
  • Höher, Schneller & Weiter ist nicht Ihr Ding, Sie wollen Spaß und gegenseitiges Vertrauen?

Sie haben all diese Fragen mit JA beantwortet? Worauf dann noch warten, starten Sie jetzt gleich mit dem Training nach MKA!